»STORY.ONE«

In Fels gemeißelt

Dass es so gekommen ist, ließ sich aus meinem anfänglichen Lebensentwurf nicht ablesen. Meine Liebe zum Meer und meine Leidenschaft, das Gesamtwerk Ernest Hemingways zu lesen, wurden mit keinem einzigen Wort erwähnt.
Obwohl ich bereits im zarten Kindesalter jährlich mit dem Meer in Berührung kam, blieben mir unendliche große Sandspielplätze und Wasserplanschbecken in wehmütiger Erinnerung zurück. Lesen konnte ich noch nicht, weder Bücher, noch
Spuren im Sand oder Worte, die auf den Wellen schaukelten. Und später dann, in den Jahren meiner Adoleszenz, bereiteten mir das Meer unruhige Tage am Strand und das Lesen schlaflose Nächte unter der Bettdecke …

wie es weitergeht, steht hier Wort für Wort
* 22. November 2021 *

»STORY.ONE«

Woodstock der Worte

Das Alte Schützenhaus im Stuttgarter Süden … in den Jahren vor und nach der Jahrtausendwende die abgefuckteste, die abgewrackteste Pilgerstätte für die Rock- und Folkrock-Szene. Hier gaben sie sich die Hand, die Bands, die die Bude zum Brodeln brachten. Am 26. Juni 2001, einem stinknormalen Dienstag, gerieten die Mauern des Musentempels ins Wanken … keine angesagte Gruppe, kein Konzert, bei dem die Fans reihenweise in Ohnmacht fielen. Nichts dergleichen – eine Lesung war angekündigt, Literatur, gesprochen, unplugged …

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* 7. November 2021 *

WORTWERT

[NICHT AUS EIGENER FEDER]

– 1. November 2021 –

FRANZ KAFKA

CIRCA ELBA IN »STORY.ONE«

So stand es am 25. Juni 2021 auf »story.one» geschrieben:

𝘗𝘳𝘰𝘭𝘰𝘨
Meine rechte Gehirnhälfte wirbelte im Saft der Ideen, Kaskaden von Gedankenblitzen stürzten aus den Synapsen … Es geschah zu einer Zeit, in der es für mich kein Halten gab: Meine Appetenzen brauchten Raum zur Entfaltung. Und ich brauchte natürlich Brot und Wasser zum Leben, gab meine linke Gehirnhälfte zu bedenken.
Zwei diametrale Faszinationen verschmolzen zur Symbiose: meine Liebe zu Italien und mein Leben mit Worten. Und da sich dabei noch ein inspirierender Impuls anschmiegte, gabs Chaos – der Vulkan explodierte, Lava ergoss sich übers Papier: »In meinen Bildern erscheint das, was ich immer gesucht habe. Denn es erscheint in ihnen jemand, den man freilich als Figur nicht sieht. Aber er ist in den Bildern, und zwar als einer, der selbst betrachtet. Es erscheint das Staunen der Menschen über das Dasein und Sosein der Dinge.« – Worte aus dem Roman »Das Grau der Karolinen« von Klaus Modick, der bis heute zu einem meiner Lieblingsschriftsteller zählt.
Der Vulkanausbruch nahm Fahrt auf. Die anfangs unreife Idee nahm Gestalt an. Das Projekt – ein Wort-Bild-Kalender – bekam einen Namen: »Verwurzelt mit der Insel«. Fotografierte Poesie mit 12 Bildern in Geschichten, mit 12 Geschichten in Bildern über Elba. Mit Bildern einer Insel, Momentaufnahmen, die den Augenblick erleben lassen. Mit Worten von Elbani, die ihr Bild von der Insel lebendig machen …
Sie waren mit Feuer & Flamme dabei: Ein befreundeter Grafiker, der ein grandioses Layout hinzauberte. Ein kollegialer Lithograf, der hochklassige Repros und Druckvorlagen schmiedete. Sein Bruder, Kunstdrucker, der brillante Andrucke vorlegte. Und ich, der diesem hochkarätigen Team eine Steilvorlage liefern musste.
Ich reiste nach Elba, im Gepäck einen jungfräulichen Moleskin, eine Fotokamera und reichlich Filme. Bewegte mich für Wochen kreuz und quer über die Insel. Begegnete unzähligen Elbani, die zeit ihres Lebens ihre Insel nicht verlassen hatten, weder mit dem Schiff noch schwimmend im Meer. Redete mit ihnen in Bars, am Strand, unter Bäumen, auf Felsen, vor Brunnen und Kirchen, auf ihren Feldern, vor ihrem Haus im Garten, im Hafen in ihren Booten …
Habe sie kaum verstanden – sie in ihrem Dialekt, ich mit meinem rudimentären Italienisch. Und doch fühlte ich, was in ihren Augen glänzte, was in ihren Händen zu lesen war, was aus ihren Gestiken sprach. Sie zeigten mir ihren Lieblingsplatz, ich gab ihnen die Kamera, schaute zu, wie sie ihren schönsten Blickwinkel fanden. Mit vollgeschriebenen Seiten, mit zahllosen Dias und Fotos fuhr ich zurück …
Die Layouts, die ersten Andrucke lagen vor – wie gehabt: allseits Feuer & Flamme. Die nur wenige Tage später zur traurigen Realität wurden: Die Druckerei und mit ihr alle Vorlagen zerstörte ein Brand. Wir waren es am Boden.
𝘌𝘱𝘪𝘭𝘰𝘨
Jüngst fielen mir beim Entstauben die Restbestände in die Hände. Ob mirs gelingt, damit noch Kohlen aus dem Feuer zu holen, um die Erinnerungen daran noch einmal aufflammen zu lassen?!

Das war im Jahre 1990. Und so wurde daraus im Jahre 2021 ein Relaunch:

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Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla spiaggia di Pareti

Alla piaggia di Pareti

SinnlicheRuhe
SinnlicheRuhe
ImWeinliegtWahrheit
ImWeinliegtWahrheit
Wuenscheduwaersthier
Wuenscheduwaersthier
IneinemfernenSpiegel
IneinemfernenSpiegel
Geniessewasgutist
Geniessewasgutist
next arrownext arrow
SinnlicheRuhe
ImWeinliegtWahrheit
Ichfuehlealsobinich
MitdemGlaubenleben
Wuenscheduwaersthier
MitdemWind
MitderSeelesehen
NehmenundgebenKopie
IneinemfernenSpiegel
Geniessewasgutist
Elba_Boot
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(Mit Klick aufs jeweilige Bild folgt die Geschichte auf story.one …)


* 22. August – 10. Oktober 2021 *

»STORY.ONE«

Zurück auf die Sonnenseite der Insel

> Boeing / Piz-Buin-Bräune / Brüste und Beautiful People am Pool /

Bomben aufs Prospekt-Paradies / das jeden Abend bestattet wird / mit Bingo an der Bar / und der Borniertheit von Beknackten <
Genau 50 Jahre ist es her: meine erste Begegnung mit einer Insel, die sich aufmachte, Millionen von urlaubshungrigen Pauschaltouristen zu einem Reiseziel fernab mitteleuropäischer Breitengrade anzulocken. Mit der äußerst fragwürdigen Maßgabe, die Kultur, die Natur, die über Jahrtausende gewachsene Strukturen der Kanaren gnadenlos zu zerstören. Um Horden von Reisetyrannen ein exotisch angehauchtes Urlaubsgefühl zu vermitteln, das unserem Lebensstil daheim entspricht – mit dem einen Unterschied, unseren Winter zu ihrem Sommer zu machen …

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* 18. August 2021 *

»STORY.ONE«

Lichter der Insel

Zischend taucht der glutrote Sonnenball ganz weit hinten, ganz am Ende des Meeres ins schaukelnde Nass. Die Wellen glitzern wie in Goldfolie verpackt. Über die schwarzen Felsen, poröses Lavagestein, rollt ungestüm die Brandung hinweg, Meerwasser zerfließt in Aushöhlungen, versickert in dunkle Löcher, schwarzglänzende Krebse sonnen sich im letzten Abendrot des Tages. Weiter oben, am Rande eines ausgetrockneten Bachbetts, dessen Wasser irgendwann in grauer Urzeit mäandernd einen Weg durch Felsgestein gefunden hat, fühlen Mimosenzweige an windschiefen Bäumen mit ihren zittrigen Fingern nach dem Wind …

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* 24. Juli 2021 *

»STORY.ONE«

»Ich will das Meer verstehen«*

Die Brandung schäumt bis zu meinen Füßen. Wenn das Meer wieder weicht, strömen Wunder von Farben und Zeichnungen zurück in die Wellen – Bilder, nach denen ich greife, sie verfehle oder festhalte. Versuche zu finden, was die Wunder an Bewegungen versprechen. Gebe mich der wind- und meererfrischenden Sonne hin, sie lädt mich auf mit Leben.
Plötzlich eine Böe, heftige Winde grollen über die friedliche Bucht, treffen auf die Felsen. Treffen mich, wie ein Schlag ins Wasser trifft. Die Sonne schwillt rotglühend an, das Blau des Meeres flutet aus, als wolle es die Welt verschlingen. Kanonartig setzt das Farbenspiel ein. Beim Auftauchen des Blaus erreicht das Gelb-Rot seinen Höhepunkt. Es verklingt, Blau trommelt zu Grün, und alles versickert im Nichts. Ein fernes Dröhnen und Rumpeln noch … die Illusion eines Rufens: das Zerbersten der Erde – und ein lockendes Flüstern im Wind: das ewig bewegte Meer liegt ruhig vor mir …


* (»Quiero comprender la mar«
Ernest Hemingway im Interview
mit dem TV-Reporter Juan Manuel Martínez / Oktober 1954)

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* 15. Juli 2021

GEDANKEN AUS MEINER »SCHREIBEREI«

Das Gendern ist nicht ohne

… ob’s am Ende auch Waldbesichtigende gegeben hat?

… und ob hier hoffentlich keine Bahnfallenden zu verzeichnen waren?

– 7. Juli 2021 –

CIRCA ELBA IN »STORY.ONE«

Ein ewiger Traum der Wiederkehr

Wenn du nichts mehr sehen kannst …, wenn alles vor deinen Augen verschwimmt, dann nimm dir fest vor, etwas sehen zu wollen. Und mit einem Mal bewegt sich der Horizont. Ein akustischer Horizont, weit weg und wieder nahe, direkt vor dir und dann wieder hinter dem Meer – ein Horizont, der deine Gedanken verwischt und wieder klarspült, wie das hörbare Bild des Strandes, mal laut, mal leise.
Vieles hängt davon ab, wie sich der erwachende Tag anfassen lässt …

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* 2. Juli 2021 *

CIRCA ELBA IN »STORY.ONE«

Rückblende f/5,6 · 1/60Sek · ISO 200

Meine rechte Gehirnhälfte wirbelte im Saft der Ideen, Kaskaden von Gedankenblitzen stürzten aus den Synapsen … Es geschah zu einer Zeit, in der es für mich kein Halten gab: Meine Appetenzen brauchten Raum zur Entfaltung. Und ich brauchte natürlich Brot und Wasser zum Leben, gab meine linke Gehirnhälfte zu bedenken.
Zwei diametrale Faszinationen verschmolzen zur Symbiose: meine Liebe zu Italien und mein Leben mit Worten. Und da sich dabei noch ein inspirierender Impuls anschmiegte, gabs Chaos – der Vulkan explodierte, Lava ergoss sich übers Papier …

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* 25. Juni 2021 *

»STORY.ONE«

Sommer wieder

Sommerfreuden, zum Umarmen nah, an jenen ersten Julitagen. Ich konnte sie greifen, in der Hand halten. Es braucht nicht viel: eine kurze Hose und Kniestrümpfe. So leicht war das. Großvaters und Großmutters Schrebergarten, in einer Kolonie inmitten der riesengroßen Stadt, damals …

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* 3. Juni 2021 *

»STORY.ONE«

Im Einklang mit den Gezeiten

Manchmal braucht es einfach ein bisschen mehr an Zeit, um zu verstehen, dass du irgendwie angekommen bist. Wobei sich das Irgendwie daran festmachen lässt, dass es sehr viel intensiver ein Irgendwo ist. Irgendwie, irgendwo … entscheidend zeigt es sich im Irgendwann. Du wachst aus deinen Gedankengängen auf, die sich mit dem Augenblick vermischen. Und du spürst, jetzt ist für dich der Zeitpunkt gekommen,

angekommen zu sein …

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* 23. Mai 2021 *

»STORY.ONE«

Mit dem Fahrtwind der Liebe

Aus dem Bett seines über alles geliebten Menschen kommend … nicht ganz. Das mit ›aus dem Bett kommend‹ stimmt, auch der ›geliebte Mensch‹ ist es. Nur, vielleicht ist der über alles geliebte Mensch lediglich ein über vieles geliebter Mensch?! Doch es ändert nichts: Auch aus dem Bett seines über vieles geliebten Menschen zu kommen ist genau so, wie aus dem Bett seines über alles geliebten Menschen kommend … und dann noch verschlafen in einem im Dämmern versunkenen, sehr frühen Morgen mit dem Fahrrad ins Tal zu rollen … es ist mein nicht erklärbares Daseinsglück …

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* 19. Mai 2021 *

WORTWÖRTLICH GENOMMEN

Zitat: »Quadrasophics® sind nach dem Baukastenprinzip konzipiert und lassen sich spielerisch zu Ihrem individuellen Erkenntniskosmos kombinieren. Natürlich können Sie sie auch im Sinne einer verschlüsselten Botschaft verschenken, quasi als philosophischen Wink mit dem Zaunpfahl.«

Ich hab’s mir selber geschenkt – mir ist danach!

– 14. Mai 2021 –

WORTWÖRTLICH GENOMMEN

Aus Omas Küche:

Allerdings frage ich mich,
ob das letzte Wort nicht ›festpartikapieren‹ heißen muss?!


– 22. Mai 2021 –

»STORY.ONE«

Meld dich mal …, waren die Schlussworte beim letzten Telefongespräch zwischen ihr und ihm.

»Meld dich mal«, sagte sie. Er wusste nicht so richtig, was er darauf antworten sollte, sagte nur »Ja, ja« und legte auf.

Meld dich mal – drei Worte, elf Buchstaben. Nicht viel, denkt er …

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* 19. April 2021 *